Willibrordkirche

Willibrordusstraße 7, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
 
Auf dem Neuenahrer Friedhof im Ortsteil Beul steht unsere alte Pfarrkirche St. Willibrord. Die Steintafel über dem Nordportal dokumentiert, dass Gotteshaus und Altar im Jahr 990 durch den Kölner Erzbischof Evergerus geweiht wurden. Seit 1990 erklingt ein vierstimmiges Geläut. Die Beuler Familie Steinborn spendete anlässlich der 1000-Jahr-Feier zwei neue Glocken und ließ die zwei alten restaurieren. Diesem Fest verdanken wir auch den neuen Zelebrationsaltar, welchen der 1982 gegründete Bürgerverein Beul stiftete. In liebevoller Arbeit bauen Mitglieder des Bürgervereins jedes Jahr die alte Weihnachtskrippe vor dem linken Seitenaltar auf. Dank einer Erbschaft und großzügiger Spenden konnte im Jahr 2008 die denkmalgeschützte Balthasar-König-Orgel restauriert werden. Sie verfügt über 20 klingende Register verteilt auf zwei Manuale und Pedal.
 
In St. Willibrord versammelt sich unsere Gemeinde zu den Sterbegottesdiensten nach Beerdigungen. Aber auch zahlreiche Gottesdienste zu Familienanlässen wie Hochzeiten und Ehejubiläen werden gerne in unserer alten Pfarrkirche gefeiert. Zudem feiern wir jährlich um den 7. November einen Festgottesdienst zum Patroziniumsfest (zusammen mit der Beuler Kirmes).
 
Der heilige Willbrord OSB (*658 in Northumbrien; † 7. November 739 in Echternach) war Erzbischof von Utrecht und wird Apostel der Friesen genannt. Zunächst Oblate in Ripon wurde er Schüler von Wilfrith und ging 678 zu Egbert nach Irland. 690 zog er mit 11 Gefährten, unter ihne Suitbert, zur Friesenmission aus. Unter dem Schutz des fränkischen Hausmeiers Pippin dem Mittleren und mit Missionsauftrag von Papst Sergius I. wirkte er im südwestlichen Friesland. Auf einer zweiten Romreise weihte Sergius I. ihn am 21. November 695 zum Erzbischof der Friesen. Willibrord errichtete seinen Bischofsitz in Utrecht. Wichtiger Missionsort war seit 700 auch das Kloster Echternach. Auch von einem (fehlgeschlagenen) Missionsversuch in Dänemark wird berichtet. Durch den Tod Pippins im Jahr 714 musste die Friesenmission abgebrochen werden. Sie wurde jedoch ab 719 wiederaufgenommen, auch mit Unterstützung von Bonifatius. Im Alter zog Willibrord sich nach Echternach zurück, wo er 739 verstarb.